Werbung

Carbon in Luftfahrt und Automobil im Dornier Museum Friedrichshafen

Noch bis zum 14. September 2014 dauert die Sonderausstellung “Mit Carbonfaser in die Zukunft” im Dornier Museum in Friedrichshafen. Am gestrigen Abend des 28. Juli öffnete das Museum seine Türen für einen Vortrag über Carbon in Luftfahrt und Automobil, präsentiert durch die beiden Referenten Peter. D. Dornier, Geschäftsführungsvorsitzender der Lindauer DORNIER GmbH, und Dr.-Ing. Martin Arlt, Leiter Planung und Steuerung BMW i sowie zahlreicher nachhaltiger Mobilitätsprojekte der BMW Group.

Bereits vor dem Museum am Claude-Dornier-Platz 1 / Am Flughafen wurden die Besucher von einem BMW i8 in Protonic Blue neben dem Dornier 31 E1 Senkrechtstarter auf dem Platz vor dem Museum begrüßt. Mit einer Stückzahl von nur drei Exemplaren wurde das Experimentalflugzeug niemals in Serie produziert, ganz im Gegensatz zu dem BMW i8 der kürzlich erst an die ersten Kunden in der BMW Welt übergeben wurde.

Unter einem Nachbau einer Dornier Merkur (Interne Bezeichnung Do B-Bal) der Lufthansa aus dem Jahre 1925 fanden die kurzweiligen Vorträge ab 18:30 Uhr mit anschließender Frage-Runde statt. Wer hätte schon gedacht dass der ehemalige Flugzeughersteller Dornier heutzutage Webmaschinen produziert, und dass 90 Prozent aller weltweit produzierten Carbonfasergewebe auf Webmaschinen der Lindauer DORNIER hergestellt werden? Mittlerweile sind es weltweit rund 40 Firmen die sich auf diese durch und durch intelligente Faser spezialisiert haben wie der Urenkel des Flugzeugkonstrukteurs Claude Dornier berichtete.

Besondere Vorteile von Carbonfaserverstärkter Kunststoff, kurz CFK oder einfach nur Carbon, ist die hohe Steifigkeit, aber auch eine ausserordentliche Resistenz gegen Korrosion. Seitdem Carbon Monocoque in der Formel 1 eingesetzt werden konnten seit deren Einführung in den frühen 1980er Jahren einige Leben gerettet und schwere Unfälle verhindert werden. Aber auch das geringe Gewicht von Carbon ist sehr von Vorteil. Beispielsweise konnten die Bauteile des Airbus A380 von sonst 900 Teilen auf nur 100 Einzelteile reduziert werden, die anstatt mit Nieten nun komplett durch Kleber zusammengehalten werden. Rein allein dies bedeutet noch einmal eine enorme Gewichtseinsparung im Vergleich zu sonstigen Materialien wie Aluminium oder Stahl. Carbon ist noch ein recht teures Material, eine Kostenreduktion ist aber definitiv über höhere Massen möglich und in Zukunft auch angestrebt.

BMW i, bekannt als Submarke der BMW Group und Mutter der beiden Elektrofahrzeuge BMW i3 sowie BMW i8. BMW i ist aber kein reiner Automobilhersteller sondern vielmehr ein Anbieter von Produkten und Dienstleistungen im Premium Segment. Auch steht nicht unbedingt das Öko sein im Vordergrund sondern vielmehr nachhaltig zu wirtschaften und auch nachhaltig mit Rohstoffen umzugehen. Oder genauso ist geplant Fertigungstechnologien zu entwickeln damit Menschen noch mit 70 Autos bauen können, ohne dass deren Gesundheit durch Giftstoffe oder falsche Haltung am Arbeitsplatz beeinträchtigt wird.

Es geht bei BMW i auch darum den Automobilbau zu revolutionieren und als erstes wurde, bei der Gründung der Marke, überlegt wie denn die Welt im Jahr 2050 in den Bereichen Dienstleistungen, Vertrieb und Design aussehen könnte. Das Ziel von BMW i ist es Schlüsseltechnologien herauszuheben und diese Erfahrungen als Technologieträger auch für weitere Modelle der BMW Group zu erproben und später auch zugänglich zu machen. Bei der Entwicklung eines “BMW Elektroautos” wurde erst eine Batterie in den Mini, und später auch in einen 1er BMW, den ActiveE, gepackt und man entschied sich bei BMW i dafür dass ein verstärkter Leichtbau effizienter ist anstatt eine bessere und auch schwerere Batterie zu verwenden. Und so kam man nicht umher komplett eigenständige Autos zu bauen, wovon man beispielsweise bei Volkswagen mit dem e-Golf nicht überzeugt ist.

Eine weitere Eigenschaft von Carbon ist es, glücklicherweise, dass es sich praktisch nicht verformt und Energien bei einem Crash nicht aufnimmt oder abbaut sondern diese nur weitergibt. Des weiteren arbeitet BMW i aktuell daran andere Arten von Carbon herzustellen die im Falle eines Unfalls zerbröseln würden, oder ähnliches. Solange dies aber noch nicht der Fall ist gibt es noch eine sehr interessante Eigenschaft bei den unzähligen Crash-Tests die natürlich auch BMW durchführt – den i3 kann man beispielsweise dreimal gegen die Wand fahren bis das Auto wirklich hinüber ist. Da sich das Carbon bei einem Crash nicht verformt verzieht sich auch die restliche Karosserie nicht und man kann das Auto einmal von vorne, einmal von hinten und noch einmal von seitlich crashen. Dies hat auch im echten Leben den Vorteil dass Unfallschäden um rund 40 % billiger sind als im Vergleich zu Ersatzteilen aus Stahl. Und zur Not lässt man den Schaden einfach unrepariert – Dellen sind eh nicht sichtbar und ein Kratzer würde ebenfalls eh nicht zu Rosten anfangen.

BMW i befindet sich derzeit aber erst in seinem fünften Jahr, das Automobil wie wir es kennen ist schon über 100 Jahre alt. Wir sind gespannt wohin der Weg von BMW i führen wird und “Wer nicht anfängt wird auch nie siegen”, wie es Dr.-Ing. Martin Arlt während seinem Vortrag im Dornier Museum so passend sagte.

Vortrag über Carbon in Luftfahrt und Automobil im Dornier Museum Friedrichshafen

Vortrag über Carbon in Luftfahrt und Automobil im Dornier Museum Friedrichshafen

Sonderausstellung Mit Carbonfaser in die Zukunft im Dornier Museum Friedrichshafen

Sonderausstellung Mit Carbonfaser in die Zukunft im Dornier Museum Friedrichshafen

Sonderausstellung Mit Carbonfaser in die Zukunft im Dornier Museum Friedrichshafen

Sonderausstellung Mit Carbonfaser in die Zukunft im Dornier Museum Friedrichshafen

Sonderausstellung Mit Carbonfaser in die Zukunft im Dornier Museum Friedrichshafen



Werbung


Das könnte Dich auch interessieren...

1 Antwort

  1. Peter D.Dornier sagt:

    Hallo Lisa,
    danke für die passionierte Beschreibung meines Vortrages in Ihrem Blog. Drei klene Anmerkungen/Korrekturen: Claude Dornier war mein Großvater, bin daher Enkel nicht Urenkel (3.Generation). Bei der Zahl der Bauteile im A380 handelt es sich um das ca. 6m hohe Seitenleitwerk, also die haushohe Heckflosse die, da aus CFK gefertigt statt aus 900 nur noch aus 100 Teilen besteht und daher deutlich leichter und kostengünstiger herzustellen ist. Schliesslich müsste es “größere Stückzahlen(Mengen)” statt “größere Massen” heissen, die schlußendlich den Einsatz von CFK preisgünstiger machen und weiter erhöhen werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Seite verwendet Cookies für eine optimale Nutzungserfahrung. Wenn Sie auf dieser Seite bleiben, akzeptieren Sie den Einsatz von Cookies. Für mehr Informationen, auch dazu, wie Sie bestimmte Cookies deaktivieren können, lesen Sie bitte unsere Datenschutzbestimmungen. Andernfalls bitten wir Sie diese Internetseite zu verlassen, wenn Sie mit dem Einsatz von Cookies nicht einverstanden sind. weitere informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen