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Gelesen: Robert Seethaler – Ein ganzes Leben

Bücher die zum Nachdenken anregen sind mir die liebsten. Bücher, von denen ich im Anschluss auch etwas habe, außer nur einen weiteren Staubfänger zu besitzen. Ein solches Buch ist “Ein ganzes Leben” von Robert Seethaler für mich. Spontan in der Flughafen-Buchhandlung in Frankfurt gekauft, ohne den Buchdeckel überhaupt über den Inhalt zu lesen. Das Taschenbuch war ein absoluter Glücksgriff, was ich aber nicht von Anfang an als solchen empfand.
Anfangs fand ich das Buch nicht gut, nach den ersten Seiten wollte ich schon wieder aufhören. Die Gedankensprünge des Haupt-Charakters Andreas Egger waren für mich zu viel. Zu viel für eine leichte Lektüre auf Reisen. Doch der Schreibstil von Robert Seethaler packte mich. Bis zum Zeitpunkt an dem ich mehr über das Leben des Andreas Egger wissen wollte.

Ein ganzes Leben beschreibt das gesamte Leben von Andreas Egger, einem Kind, später jungen und viel später alten Mannes. Er wohnt in einem kleinen Dorf, er genießt die Natur und mit dem Bau der Seilbahn kommt plötzlich Modernität in das Dorf. Autos fahren durch den Stadtkern und wieder heraus, und vor allem ist dann auch Strom in der kleinen Gemeinde verfügbar. Der Schreibstil von Robert Seethaler beschreibt die Stimmung im Buch sehr gut, ohne zu überschwänglich mit den Emotionen zu werden. Er beschreibt sachlich und korrekt, doch hin und wieder erkennt man auch menschliches. Viele Erinnerungen in dem Buch “ein ganzes Leben” sind aber alles andere als Menschlich. Der Verlust der eigenen Frau, der einmaligen Liebe, verunglückte Kameraden oder die harte Zeit im Krieg im tiefsten Russland. Besonders Charmant finde ich die Stelle, als Andreas Egger einen Ausflug wagt. Einfach so, das Dorf verlassen. Er steigt in den Bus ohne genaues Ziel, er ist bereits alt und gebrechlich und diese kurze Reise findet wenige Zeit vor seinem Tod statt, was man zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht weiß. Er hat das Dorf, außer als er als Soldat weg musste, nie verlassen. Es gefiel Andreas Egger eben wo er wohnte, besonders die Natur, mit Menschen hatte er eher wenig Kontakt. Mit dem Bus in der anderen Stadt angekommen fühlt er sich sofort unwohl und ist überfordert. Autos fahren, es ist laut und eben anders. Netterweise wurde er vom Busfahrer beobachtet und er nahm ihn wieder mit in sein Dorf, umsonst. Es war ein verstörender Moment für ihn, denn auch die Welt war nicht mehr wie früher. Alles war so laut und schnell, für ihn als alten Mann einfach nicht mehr greifbar.

Meine persönliche Rezension zu “Ein ganzes Leben” von Robert Seethaler ist durchweg positiv, auch wenn ich mich anfangs erst mit seiner Schreibweise anfreunden musste. Ein ganzes Leben ist definitiv ein Buch welches man mehrmals lesen kann, ohne sich zu langweilen.

Buch: Robert Seethaler – Ein ganzes Leben

Titel: Ein ganzes Leben
Autor: Robert Seethaler (mehr zu dem Autor auf amazon)
ISBN: 978-3442482917
Verlag: GOLDMANN
Preis: 9,99 € / Taschenbuch
Online auch erhältlich: bei amazon, oder im lokalen Buchhandel
Persönliche Bewertung (1-5): *****

Robert Seethaler Ein ganzes Leben GOLDMANN Blog Hyyperlic

Robert Seethaler – Ein ganzes Leben

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